Bürgermeister Kunkel

„Landrat-vor-Ort“ Tour: Christian Engelhardt besucht die Überwaldgemeinde Wald-Michelbach

Die vierte „Landrat-vor-Ort“ Station führte Christian Engelhardt in die Überwald-Gemeinde Wald-Michelbach. In der Grundschule Schimmeldewog, umgangssprachlich benannt nach dem Ortsteil Schönmattenwag in dem sich die Schule befindet, besuchte er eine der kleinsten Grundschulen des Kreises. Interessiert hatte ihn vor allem das Konzept der Flex-Klassen, welches dort pädagogische Umsetzung findet. Mit den Flex-Klassen sind jahrgangsübergreifende Klassen eingerichtet, die die Kenntnisse und Fertigkeiten der Klassen 1 und 2 vermitteln und in der die Schüler mindestens ein und maximal drei Jahre verbleiben. Innerhalb dieser Klassen lernen die Schüler weitgehend individuell, sind aber trotzdem in einen Klassenverband integriert. Das ermöglicht ein schnelleres oder langsameres Lernen ohne den Verlust der sozialen Kontakte. „Aus diesem Grund ist es uns ganz wichtig, dass „unsere“ Kinder (und wir) in einer  Lernumgebung arbeiten können, die ihre Selbstständigkeit und Kreativität fördert,  ihr Selbstbewusstsein stärkt, ihren ‚Forscherdrang’ nicht aufhält und ihre Individualität achtet“, erklärte Schulleiterin Herold den Gästen. Dass dies funktioniert zeige sich an tollen Ergebnissen der Zöglinge an weiterführenden Schulen. Neben des Systems der Flex-Klassen begeisterte die kleine Überwald-Grundschule gerade mit diesen außergewöhnlichen Lernmethoden der Selbsteinschätzung und einem für Engelhardt bis dato unbekannten Konzept. „Ich bin von dem Konzept der Schule und dem dortigen Lehrauftrag Kinder schon sehr früh zur Verantwortung und Selbsteinschätzung heranzuführen, begeistert.“ Dies wurde auch deutlich, dass zunächst die beiden Schulsprecher den Landrat und Bürgermeister fachmännisch durch die Schule führten und entsprechende Stationen und Arbeitsweisen erklärten und nicht Schulleiterin oder Lehrpersonal.

Nach dem Start in der Grundschule führte die nächste Station seiner Wald-Michelbach-Tour Engelhardt zum Industriepark IGENA. Das Areal der früheren und in Konkurs gegangenen Coronet-Werke, die gleichzeitig größter Arbeitgeber der Region waren, stand lange Jahre als Industriebrache leer. Durch die Schließung der Coronet-Werke und dem damit verbunden Wegfall von mehreren hundert Arbeitsplätzen stand die Region vor dem Ausbluten. Inzwischen hat sich durch das mutige Eingreifen der Gemeinde und der Entscheidung das Areal zu kaufen, eine positive Wendung genommen und mit der neugegründeten IGENA ein prosperierender Industriepark  entwickelt, der in seinem dritten Jahr bereits schwarze Zahlen schreibt. 24 Firmen mit etwa 100 Mitarbeitern haben sich dort eingemietet. Sowohl Büros, Lagerräume als auch Hallen stehen in dem Industriepark zur Verfügung. Steffen Reinsch, Geschäftsführer der IGENA, dankte im Namen seines kompletten Teams Bürgermeister Kunkel für die mutige Entscheidung –allen politischen Hürden zum Trotz – seinerzeit die Industriebrache zu kaufen und in die neue Nutzungsmöglichkeit zu überführen. Neben attraktiven Mietpreisen und interessanten Einsteigerpaketen für Existenzgründer, die die IGENA ihren potentiellen Interessenten anbieten kann, bleibt das große Thema und die gleichzeitige Problematik die schwierige Verkehrsanbindung und Infrastruktur der Gemeinde. Alle Gesprächspartner appellierten an Landrat Engelhardt sich für eine schnelle Umsetzung zum Bau der B38 a einzusetzen, um die Region Überwald auch verkehrsinfrastrukturell voran zu bringen.

Als 3. und letzte Station der Firmen- und Institutionsbesuche führte es Landrat Engelhardt nach Siedelsbrunn in das sysTelios Gesundheitszentrum dessen Herzstück die sysTelios-Klinik, eine private Akutklinik für Klientinnen und Klienten mit psychischen, psychosomatischen und somatopsychischen Symptonbildungen ist.

Die Klinik, auf einer Anhöhe in Siedelsbrunn gelegen und mit atemberaubenden Blick, beinhaltet das therapeutische Konzept welches tiefenpsychologisch fundiert, verhaltenstherapeutisch ergänzt und hypnosesystemisch optimiert. Es ist ärztlich konzipiert und geleitet. Dr. Herr stellte dem neuen Landrat Engelhardt die Einrichtung mit  127 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor. „Neben der medizinischen Strahlkraft der Klinik über Kreisgrenzen hinweg, ist das Gesundheitszentrum gleichzeitig ein wichtiger Arbeitgeber für die Region geworden.

„Wald-Michelbach ist eine schöne Gemeinde mit großem touristischen Potential. Dies belegen nicht nur die touristischen Leuchttürme Solardraisine, Sommerrodelbahn oder der Kletterpark, welche ich auch schon privat mit meiner Familie besucht habe, sondern auch die wunderschöne Landschaft und die Kreativität der Menschen“, fand  Landrat Engelhardt beim abschließendem Pressegespräch im Rathaus von Wald-Michelbach lobende Worte für die Überwaldgemeinde. Gerade die Gemeinden die relativ weit weg von den Verkehrsachsen liegen, müssen noch stärker und innovativ vorgehen, was hier in der Region deutlich sichtbar ist.

Als Landrat liege ihm viel daran, „die Entwicklung des Landkreises zu steuern“. Vor allem der Tourismus, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), die Versorgungsinfrastruktur und die B 38a sind hier große Themen, die weiter forciert werden müssen.

„Tourismus im Überwald ist ein wichtiges Standbein und ein Lebensqualitätsfaktor für Menschen von außen und Menschen von hier“, sagte Engelhardt. Hierbei solle sich die Qualität steigern, indem die Zahl der Angebote erhöht werde. Auch möchte er den ÖPNV dahingehend verbessern, dass die Verkehrsanbindungen – auch zwischen den unterschiedlichen Verkehrsverbunden Rhein-Neckar und Rhein-Main – angepasst werden.

„Der ÖPNV muss klug miteinander vernetzt werden“, sagte der Landrat. So könne er sich beispielsweise vorstellen, kleinere Linienbusse einzusetzen, die nur dann fahren, wenn sie jemand nutzen möchte. Busse die Leerfahrten machen, da sie niemand nutzt, sind auf Dauer zu teuer.

Ein weiteres großes Problem sieht Landrat Engelhardt, wie Bürgermeister Kunkel in der ärztlichen Versorgung der Odenwaldgemeinden. Ganz aktuell sei hier die zu erwartende Schließung des Luisenkrankenhauses in Lindenfels, die die Situation verschärfen wird. „Hier müssen wir schnellstmöglich adäquate Lösungen finden, um die ärztliche Versorgung ausreichend sicherzustellen, damit das Leben in der ländlichen Region attraktiv bleibt.

Die geplante Ortsumgehung von Mörlenbach, die B 38a, benannte er als „dickes Brett“ und gleichzeitig wichtigste verkehrspolitische Maßnahme. Hier werde in den nächsten Monaten eine Entscheidung erwartet. Er versprach: „Sobald das Gericht den Antrag des BUND abweist, werden vorbereitende Maßnahmen für den Bau getroffen.“
„Wir wollen mit begrenzten Möglichkeiten besser zusammenarbeiten und schauen, wie uns der Landkreis unterstützen kann“, sagte Kunkel abschließend und Engelhardt ergänzte: „Wir möchten mit findigen Lösungen und Vernetzung der Akteure zur weiteren Entwicklung des Landkreises beitragen.“

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